| Pflanzen ohne aquaristische Eignung | ||
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| Streift man durch die Angebote der im aquaristischen Sortiment befindlichen Pflanzen, sieht man gelegentlich Arten dazwischen gemischt, die dem unbedarften Käufer durch Art und Weise der Präsentation die submerse aquaristische Eignung suggerieren. Eine wirklich leidige und ärgerliche Angelegenheit. Oft versäumen es viele Aquarienbesitzer, sich mittels adäquater Fachliteratur rechtzeitig ausreichend zu informieren. Doch wenn ein unbedarfter Kunde in die aquaristische Abteilung geht und in bester Absicht Aquarienpflanzen erwerben möchte, darf und muss erwartet werden können, das die entsprechend angebotenen Pflanzen auch eine aquaristische Eignung haben. Da Aquaristik ein Hobby ist, bei dem oft viel aus dem Freundes- und Verwandtenkreis geschenkt wird, kommt es auch so zu Fehlkäufen. Natürlich kann der Einzelhandel dem Umstand mittels überlegtem Angebot von Geschenkgutscheinen vernünftig Rechnung tragen. Aber etwas schenken zu wollen, ist eine nicht immer rationale Herzensangelegenheit und das überreichen von Gutscheinen macht manch Schenkendem keine rechte Freude. Sicher merken einige Kunden aus mangelnder Sachkenntnis niemals, das Pflanzen erworben wurden, die nicht in ein Aquarium gehören. Das zwangsläufige eingehen der Ware wird, wenn der Verkäufer "Glück" hat, eigenen Pflegefehlern zugerechnet. Manche Aquarienbesitzer schieben es auch auf minderwertige Qualität, wovon es am Markt bei den richtigen Aquarienpflanzen auch tatsächlich reichlich gibt. Aber spätestens durch die unsachgemäße Präsentation im Geschäft und oft ungenügender Einsicht in eigenes mangelndes Wissen, denken einige Kunden nicht an einen völligen Fehlkauf ihrerseits. Während eines Besuches bei einem Kunden hat man mich schon mit ungläubiger Empörung angesehen als ich anmerkte, das eine im Kundenaquarium steckende Dracaena dort nicht hineingehört und es sich dabei auch überhaupt nicht um eine Aquarienpflanze handelt. Wohlgemerkt nicht etwa empört darüber, das einem eine unpassende Pflanze angedreht wurde, sondern weil ich so einen Unsinn erzähle. Auch wenn es in dem Moment mehr Mühe machen mag, schließlich wollen die meisten Kunden passende Ware und der Händler ja gern an das gute Geld. Handeltreibende die das anders sehen (nein, natürlich nicht das Letztere), mögen sich weiterhin die Folgen von Nachlässigkeit am Kunden mit Gejammer über vermeintlich reine "Geiz ist Geil" Mentalität von Kunden selber wegreden, - wer denn außer "billig" auch nichts weiter zu bieten hat. Seine Abnehmer pauschal in die Dummen-Ecke zu stellen, schlägt langfristig zurück. In den Ergebnissen mit eigenen Kunden und deren Kaufverhalten bei mir, besteht in ausreichender Mehrzahl Bestätigung für faires Handeln. Gleiches gilt selbstredend auch für die Vorleistung der Produzenten und Großhändler. Geduldig aber konsequent werden eigene Zulieferer danach (aus)sortiert. Durch folgende Umstände kommt es zu Fehlplazierungen von völlig ungeeigneten Topf/Terrarienpflanzen ins aquaristische Pflanzen-Sortiment: - Pflanzenproduzenten und Großhändler führen oftmals ein Mischsortiment an Pflanzen für Aquaristik, Garten, Fensterbank oder Terrarien. Oft wird der unterschiedlichen Eignung durch entsprechend sachliche Erstellung und einer übersichtlichen Aufteilung der Stockliste keine Rechnung getragen. Mit daraus resultierenden Folgen in der Verkaufskette. - bereits beim packen der Lieferungen in den Zucht- bzw. Großhandelsbetrieben, wurde der Inhalt nicht ausreichend separiert bzw. korrekt beschildert. Oder es war zwar vielleicht einmal so, wird aber folgend in der Verkaufsschau nicht wie durch den Zulieferer vorgesehen dargeboten. - Hat man letztlich bei den Endanbietern statt kompetentes und seriöses Fachpersonal lediglich überfordertes und gleichgültiges Verkaufspersonal, dann war es das. Jeder mag sich nach seiner Fasson an dieser Stelle Gedanken zum Thema Beweggründe von Produzenten und Verkäufern machen. Um Verwechselungen und Missverständnissen vorzubeugen, - es gibt im aquaristischen Bereich zwar reichlich aus produktionstechnischen Gründen emers gezogene Pflanzenarten, die aber naturgemäß amphibisch leben können. Diese sind für die aquaristische Kultur bestens geeignet und bei sachgemäßer Pflege ohne Probleme in der Lage, ihre submerse Lebensform auszubilden. Es geht hier auch nicht um Pflanzen, bei denen die Kultur im Aquarium problembehaftet ist und spezielle Kenntnisse erfordert. Sondern es geht hier um Pflanzen, die generell nicht für ein Leben im Wasser geschaffen sind, aber dennoch dem Zweck Anschein erweckend verkauft werden. Diese Seite zeigt Darstellungen der am häufigsten in das Aquarium vergewaltigten Pflanzen. Das möge einige Aquarienanfänger hoffentlich vor unsinniger Geldausgabe und das Aquarium vor unsachgemäßer Bepflanzung und zukünftigem Biomüll bewahren. Diese Pflanzen sind genauso ungeeignet für eine Kultur unter Wasser, wie Usambaraveilchen und Osterkaktus. Nicht nur die hier gezeigten Arten und Sorten sind unter Wasser nicht sachgemäß untergebracht, sondern alle Vertreter der hier genannten Gattungen. Es gibt beispielweise weitere bunte Züchtungen von Fittonia, diese sind genauso ungeeignet. Was unter Wasser wegen entsprechender Derbheit der Blätter nicht schnell genug verfaulen kann, landet immer wieder in Aquarien. So sich nur fortwährend genug unkritische Käufer finden lassen. Diese Pflanzen sind unterschiedlich für eine Kultur in z.B. Paludarien und Terrarien gut. Aber Wasser über und über ... - bestenfalls mal etwas davon aus der Sprühflasche! Zusatz: Ein Fachkollege sandte mir einen Artikel aus einer aquaristischen Fachzeitschrift, der im Kurzabriss unter dem unglücklichen Titel "Für Aquarien geeignete Pflanzen ..." dahergeht. Darunter die Nennung von Arten wie z.B. Dracaena, was dem flüchtigen Leser zunächst die aquaristische Eignung suggerieren muß. Die wichtige Differenzierung gleich an dieser Stelle des Artikels und die Darstellung der Arten in Nutzung zum Zwecke emerser Filterpflanzen, bzw. Deko in Rahmung für offene Aquarien, geht unter. Der unbedarfte Leser nimmt aber leicht durch unglückliche Formulierung einen falschen Sinn auf. So mancher Anfänger ist wieder verleitet, ungeeignete Pflanzen doch unter Wasser zu verfrachten. Solche unüberlegten Aufmacher erweisen der sachgerechten Aquaristik einen Bärendienst. So einigen "geschäftstüchtigen" Verkäufern werden wieder gutgläubige Opfer zugespült, welchen selbst auf die direkte Frage, ob die Arten und Sorten der Riege Fittonia, Dracaena und Co. für die Kultur im Aquarium geeignet sind, dreist ein "ja" ins Gesicht gelogen wird. Wie die Autorin erneut wieder im Oktober 2006 auf einer Heimtiermesse beobachten konnte, wurde von einer bekannten Zoohandelskette Terrarienpflanzen untergetaucht in einem Aquarium angeboten - ohne jegliche Aufklärung. Es handelte sich hier um Sorten von Cordyline und Syngonium ohne jede Beschriftung, geschweige denn Pflegehinweis. Dafür war das Schild mit dem Ramschpreis nicht zu übersehen. Desweiteren bot ein Aussteller aus dem europäischen Ausland unter dem Spannplakat "Aquarienpflanzen" auch mehrere Arten von Terrarienpflanzen an, die ohne jede Separation oder Hinweis verkauft wurden. Insbesondere Kinder fielen auf die Angebote herein. In Folge von einem betroffenen Vater daraufhin angesprochen, der die Pflanzen umtauschen wollte, wurde der Anbieter pampig und sah sich nicht in der Pflicht die Ware korrekt zu deklarieren, bzw. seine Kunden ordentlich zu beraten. Anfang 2007 berichtete mir ein Fachmann aus der Aquarienpflanzen-Produktion, das während einer Pflanzen-Fachmesse (!) ein europäischer Anbieter ebenso unter der Deklaration "Aquarienpflanzen" diverse Arten Terrarienpflanzen ausstellte. Der zur Rede gestellte Anbieter reagierte ebenso mit Frechheit und behauptete vehement, das seine dargebotenen Terrarienpflanzen "schöne Aquarienpflanzen" seien. Eine bittere Vorstellung konnte die Autorin auf der Grünen Woche/Heim-Tier-Pflanze 2009 in Berlin finden - mehrere rosarote Fittonia in der Aquarien-Schaubeckenriege des ZZF (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe) - ein Supergau. In der Eigenschaft, in der der ZZF dort sich und die Aquaristik präsentiert, darf es solch unglückliche Praxisdarstellungen nicht geben, außer als unmissverständlich und klar deklariertes Beispiel nicht fachgerechter Aquaristik. Die Chance des positiven Vorbildes für hunderttausende Besucher wurde an der Stelle vertan. Die Fittonia hätten bestenfalls in den nebenan ausgestellten Terrarien halbwegs Berechtigung gehabt, aber nicht in den Aquarien. Ein Beispiel von Mehreren dort vor Ort, ist rechts per Foto festgehalten. Übernehmen Sie nicht einfach gutgläubig in Ihr Hobby, was Sie bei irgend einer Gelegenheit in Momentaufnahme gesehen haben. Informieren Sie sich! Neben Aquarienpflanzen liefern die meisten Aquarienpflanzen-Produzenten/Großhändler auch Terrarienpflanzen an die Zoo - Geschäfte. Bei seriösen und bedachten Lieferanten ist die sachgemäße Verwendung auf einem beigefügten Etikett belegt, bzw. beim Händler im Geschäft wird die Ware entsprechend der Eignung sortiert und dargestellt - aber zu oft ist das nicht so. Um Terrarienpflanzen in z.B. einem Feuchtraumterrarium auch verwenden zu können, müssen diese kräftig bewurzelt sein. Beim Angebot solcher Grünpflanzen ohne Wurzeln im Bleiband, kann man sich des Eindruckes der vorsätzlichen Täuschung/Betruges nicht erwehren, denn dort liegt scheinbar nicht die Absicht vor, diese Pflanzen auch tatsächlich als Terrarien- bzw. Paludarienpflanzen anzubieten. Terrarienpflanzen (Grünpflanzen) sind ohne Wurzeln zum Einpflanzen im Terrarium nicht geeignet und ob mit, oder ohne Wurzeln keine Aquarienpflanzen. Unterstützen Sie mit Ihrem Kaufverhalten kein gleichgültiges, dreistes und unseriöses Handelsgebahren. Gerade im heutigen Konkurrenzdruck sollten Sie Ihre Kaufkraft nur seriösen Händlern zukommen lassen. Vertreter folgender Gattungen werden des öfteren auch unter willkürlichen Phantasiebezeichnungen als "aquarientaugliche" Bundpflanzen angeboten: Cordyline, Fittonia, Dracaena, Hemigraphis, Ophiopogon, Selaginella wildenowii, Spathiphyllum und Trichomanes. Gerade auch den ungeeigneten Selaginella wildenowii ("Upsalafarn") findet man relativ häufig zwischen geeigneten Aquarienpflanzen. Es handelt sich dabei um einen Moosfarn. Die Art ist eine ausdauernde Kletterpflanze mit dunkelgrünen Wedeln ohne jegliche aquaristische Eignung. Wie schon im ersten Teil des Beitrages dargelegt - alle hier genannten Gattungen/Sorten ( die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit ) sehen untergetaucht zwingend dem unausweichlichen Verfall entgegen. Von einem Hamster erwartet doch auch niemand ernsthaft, das diesem Kiemen wachsen, wenn dieser in das Wasser fällt !?! |
![]() Chlorophytum bichetii ![]() Cordyline "Red Edge" ![]() Dracaena sanderiana ![]() Fittonia verschaffeltii var. argyroneura ![]() Fittonia ´Forest Flame´ ![]() Hemigraphis colorata ![]() Ophiopogon "mini" ![]() Ophiopogon japonicus ![]() Ophiopogon jaburan ´Variegatus´ ![]() Eins von mehreren Nano-Aquarien mit einer Fittonia-Sorte. Zum Zeitpunkt des Fotos, knapp 2 Wochen nach Pflanzung, bereits mit 1/3 Blattverlust - Es werden 100%, die echte Kultur unter Wasser ist nicht möglich. | |
![]() Spatiphyllum wallisii |
![]() Syngonium´White Butterfly´ |
Fotos: P. Mees |
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